Das Abschreiben in der Finanzbuchhaltung ist nicht gleichzusetzen mit dem Abschreiben in Klausuren in der Schule. In der Schule wird das Abschreiben bei der Nachbarin oder dem Nachbar verwendet, um die eigene Note in der Klausur zu retten. In der Finanzbuchhaltung werden Sachanlagen und andere Wertgegenstände beim Abschreiben genauer betrachtet. Mit der Zeit verliert fast alles an Wert. Insbesondere bei Sachanlagen kann man einen Wertverlust gut an folgenden Gesichtspunkten gut bestimmen:

  • Nutzung (Maschinenlaufzeit, gefahrene Kilometer …)
  • Technischer Fortschritt (Prozessoren von Computern à Moores Law)
  • Natürlicher Verschleiß (Werkzeug, Gebäude)
  • Außergewöhnliche Ereignisse (Erdbeben, Unfälle …)

Diese Wertminderungen, die das Unternehmen jedes Jahr erfährt, sind Aufwendungen und wird Abschreibung genannt. Diese Aufwendungen mindern den Gewinn und somit auch die gewinnabhängige Steuer. Dabei wird unterschieden, wie planbar die Abschreibung ist (Planmäßig / Außerplanmäßig).

Planmäßige Abschreibungen

Die planmäßigen Abschreibungen verteilen die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten auf die Nutzungsdauer. Diese Dauer ist gesetzlich in AfA – Tabellen (Absetzung für Abnutzung) geregelt und sagt wie lange ein Anlagegegenstand genutzt werden kann und welcher Prozentsatz dafür verwendet werden darf.

Diese Wertminderungen werden auf das Konto Abschreibungen für Sachleistung gebucht und gelten ab dem Monat der Anschaffung. Ob der Monat inklusiv oder exklusiv gewertet wird steht dem Unternehmen frei.

Es gibt 3 Arten des Abschreibens:

  1. Linear – Jedes Mal der gleiche Betrag
  2. Degressiv – Immer ein fester Prozentsatz des Restwertes (seit 2010 nicht mehr erlaubt)
  3. Leistungsabhängig – Muss nachgewiesen werden à meist zu aufwändig

Außerdem ist (war) es möglich von degressivem Abschreiben zu linearem Abschreiben zu wechseln. Dadurch konnten Steuern gespart werden, weshalb es nur zum ankurbeln der Wirtschaft genutzt wird.

Falls die eingekauften Gegenstände nur einen geringen Wert haben (GWG – geringwertige Wirtschaftsgüter) so kann man sie entweder in sofort abschreiben oder als Sammelposten über 5 Jahre abschreiben.

Außerplanmäßige Abschreibungen sind später ein eigenes Kapitel.