Die Abgrenzungsrechnung hat das Ziel, die eigentlichen kosten und Leistungen eines Betriebszweckes darzustellen. Das wird in 2 Schritten erreicht:

  1. Unternehmensbezogene Abgrenzung
  2. Kostenrechnerische Korrekturen durch kalkulatorische Kosten

Für den zweiten Schritt haben wir Aufwendungen in der Finanzbuchhaltung und kalkulatorische Kosten in der KLR. Die Korrektur ist, dass die Aufwendungen aus der Finanzbuchhaltung durch die kalkulatorischen Kosten aus der KLR ersetzt werden, so sind die bilanziellen Abschreibungen der Betriebsmittel (Finanzbuchhaltung) kalkulatorische Abschreibungen (KLR). Folgende Liste vervollständigt:

Aufwendungen (Finanzbuchhaltung) Kalkulatorische Kosten (KLR)
Bilanzielle Abschreibung der Betriebsmittel Kalkulatorische Abschreibungen
Fremdkapitalzinsen Kalkulatorische Zinsen
Einzelwagnisse Kalkulatorische Wagnisse
Anschaffungskosten für Rohstoffe, Hilfsstoffe und Betriebsstoffe Verrechnungspreise für Rohstoffe, Hilfsstoffe und Betriebsstoffe
  Kalkulatorischer Unternehmerlohn
  Kalkulatorische Miete

Die Begriffe der Finanzbuchhaltung sollten euch bekannt sein, sind sie es nicht schaut unter unseren Finanzbuchhaltung Artikeln nach! Die Begriffe der KLR stellen wir euch jetzt vor.

Kalkulatorische Abschreibungen sollen den tatsächlichen Werteverzehr von Betriebsmitteln erfassen. Betriebsmittel sind Gebrauchsgüter, die für die Herstellung unseres Produktes gebraucht werden aber nicht im Produkt sind (Maschinen, Werkzeuge, Grundstücke und Gebäude). Diese Betriebsmittel verlieren über die Zeit an Wert, das wird in einer Abschreibung erfasst (Werteverzehr pro Periode). Es gibt 3 Arten von Werteverzehr:

  1. Verbrauchs- und zeitlicher Werteverzehr (Abnutzung, Verschleiß, Gebrauch …)
  2. Wirtschaftlicher Werteverzehr (Fehlinvestition, Preissenkungen …)
  3. Rechtlicher Werteverzehr (Ablauf von einem Mietvertrag, Schutzrecht (Patent), Konzession (Vermietung von Nutzungsrecht)

Wenn abgeschrieben wird, gibt es 3 wichtige Bezugsgrößen:

  • Anschaffungswert          Das ist der Preis den die Maschine gekostet hat
  • Wiederbeschaffungswert       Kosten die Maschine zu ersetzen
  • Restwert                          Nachdem die Maschine komplett abgeschrieben hat, kann sie manchmal noch verkauft werden. Dieser Wert wird Restwert genannt.

Abgeschrieben wird dann entweder auf die Zeit, wie lange das Gebrauchsgut in dem Unternehmen ist, oder nach Leistung, wie sehr es benutzt wird. Die Abschreibungsbeträge sind dann entweder:

  • Linear                 – immer gleich viel über die ganze Zeit
  • Degressiv           – immer weniger über die Zeit
  • Progressiv          – immer mehr über die Zeit
  • Leistungsabhängig – je nachdem wie sehr der Gegenstand benutzt wurde

Im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung ist die KLR völlig ungebunden, sie hat sich an keinerlei gesetzliche Regelungen zu halten. Sie probiert den tatsächlichen Werteverzehr zu ermitteln um eine substantielle Kapitalerhaltung (Das Gebrauchsgut kann, nachdem es abgeschrieben wurde, vom erwirtschafteten wiederbeschafft werden) zu haben. Dadurch sind eigene Schätzungen von Nutzungsdauer und Abschreibungsbetrag möglich, diese sollten aber im Interesse des Unternehmens realistisch sein.

Kalkulatorische Zinsen, sind Zinsen die ich entweder an die Bank zahlen muss oder Zinsen die ich Verpasse, weil ich das Eigenkapital in meinem Unternehmen anlege anstatt damit auf den Kapitalmarkt zu gehen (Opportunitätskosten). Durch den Zinssatz, den ich von meinem Unternehmen erhalte (Eigenkapital wächst/schrumpft in einem Jahr) kann ich alle Unternehmen vergleichen und abwägen wie effektiv oder sinnvoll Investitionen waren.

Kalkulatorische Wagnisse, sind bei jeder Tätigkeit im Unternehmen, bei der es zu Schadensfällen kommen kann, dabei ist die Höhe des Schadens oder wann es zu diesem Schaden kommt nicht bekannt. Es wird in allgemeine Wagnisse und spezielle Wagnisse unterteilt. Die Realwerte (Schaden der wirklich zusammengekommen ist) wird nicht übernommen, da in diesem Bereich mit Statistiken gearbeitet wird, kommt es zu Häufungen können diese angepasst werden. Um sich auf diesen potentiellen Schäden vorzubereiten hat es 2 Möglichkeiten:

  1. Abschluss einer Versicherung à zusätzliche Kosten
  • Rücklagen bilden mit einem Wagnissatz (z.B. 2% des Umsatzes gehen wegen Wagnissen kaputt, jetzt wird der erwartete Umsatz mit dem Wagnissatz multipliziert und das Geld für die erwarteten Fälle zurückgelegt)

Verrechnungspreise beziehen sich auf längere Zeiträume um nicht von Preisschwankungen zu minimieren und dadurch bessere Preiserwartungen der nächsten bestimmen zu können, außerdem gibt das eine Vergleichbarkeit von Preisen.

Weitere Opportunitätskosten sind der kalkulatorische Unternehmerlohn und die kalkulatorische Miete. Beides sind Kosten die ich habe, weil ich andere Möglichkeiten nicht wahrnehme wie eben die Arbeit für ein geregeltes Gehalt oder Mieteinkommen. Es können dadurch dem Unternehmer rentablere Chancen aufgezeigt werden.

Das wars mit der Abgrenzungsrechnung im nächsten Kapitel geht es weiter mit der Erfassung der Kosten.