Um eine einheitliche Darstellung für das (externe) Rechnungswesen zu schaffen, hat der Gesetzgeber in verschiedenen Gesetzbüchern festgelegt, was zu einer ordnungsgerechten Buchführung gehört. Die Gesetzbücher, in der man diese Texte findet lauten:

  1. Handelsgesetzbuch (HGB)
  2. Abgabenordnung (AO)
  3. Steuergesetzbücher (Einkommenssteuergesetz, Körperschaftssteuergesetzt, Umsatzsteuergesetz)
  4. Durchsetzungsverordnungen zu den Steuergesetzen
  5. Besondere Gesetze für die Rechtsform (Aktiengesetz, Genossenschaftsgesetz, GmbH- Gesetz)

Das Wissen wo es steht, wird in der Klausur wahrscheinlich nicht ausreichen, daher hier eine kurze Zusammenfassung. Das 3. Buch „Handelsgesetzbücher“ im HGB gliedert sich in 6 Abschnitte und beginnt mit §238, welcher lautet:

„(1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muß so beschaffen sein, daß sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.“.
Quelle: httpss://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__238.html

Alle weiteren Paragraphen sagen was, wie und wann ein Kaufmann das zu regeln hat.

Der erste Abschnitt (§238 bis §263 HGB) enthält die Vorschriften, an die sich alle zu halten haben. Dazu gehören:

  1. Buchführungspflicht
  2. Führung von Handelsbüchern
  3. Inventar
  4. Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung)
  5. Bewertung von Vermögensanteilen (und Schuldenanteilen)
  6. Aufbewahrungszeiten von Buchführungsunterlagen

Der zweite Abschnitt ergänzt den ersten um spezielle Vorschriften an die sich Kapitalgesellschaften in den Punkten Gliederung, Prüfung und Veröffentlichung des Jahresabschlusses zu halten haben. Die Abschnitte 3 bis 6 sind Sonderergänzungen für alles Mögliche.

Die Abgabenordnung befreit gewerbliche Unternehmer von der Buchführung, solange sie einen Jahresumsatz kleiner 600.000€ oder Jahresgewinn kleiner 60.000€ haben. Sobald sie eine dieser Grenzen überschritten haben, müssen sie diese Last aber machen. Das Steuerrecht dagegen verpflichtet auch Nichtkaufmänner (Frauen sind hier natürlich ausgenommen ;)) zur Buchführung.

Was in den steuerrechtlichen und rechtsformspezifischen Gesetzen steht ist selbsterklärend. Falls es in der Zukunft trotzdem relevant werden sollte schreiben wir es dazu.

Jetzt stellt sich für den aufmerksamen Leser noch die Frage was die „Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung“ sind. Das erfahrt ihr aber erst auf der nächsten Seite.