Preispolitik

Die Preispolitik beschäftigt sich mit der Preisgestaltung der Dienstleistung unter Einbeziehung aller zugrundeliegenden internen sowie externen Faktoren. Sie ist nach der Produktpolitik das wichtigste P des Marketing-Mix. Die langfristige Positionierung des Preises gegenüber dem Wettbewerb wäre hierbei ein externer Faktor. Ein interner Faktor wäre zum Beispiel die Kalkulation und die Marktforschung, die dann am Ende den individuellen Preis festlegen. Es wird außerdem zwischen unterschiedlichen Preisstrategien unterschieden, die für eine erfolgreiche Preispolitik entscheidend sind. Das Ziel der Produktpolitik ist die Erreichung des optimalen Preises für ein Produkt (optimales Mage- Preis Verhältnis). Zur Erreichung werden verschiedene Maßnahmen wie bereits im oberen Teil angesprochen angewandt unter Berücksichtigung des Wettbewerbssituation und des Abnehmerverhaltens.

Bild (orginal) zur Preispolitik von Robert Finke
httpss://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=User:Robert_Finke&action=edit&redlink=1
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Besonderheiten preispolitischer Maßnahmen

  1. Die Höhe des erzielten Stückgewinns wird unmittelbar durch den Produktpreis beeinflusst und wirkt sich daher auf den Gesamtgewinn des Unternehmens aus.
  2. Für potentielle Abnehmer ist der Preis ein wichtiger Indikator für Qualität.
  3. Für preispolitische Maßnahmen sind quasi keine Investitionen nötig.
  4. Preisänderung geschehen unmittelbar und wirken sich stark auf die Absatzmenge und den Marktanteil eines Unternehmens aus.

Konditionenpolitik

Die Konditionenpolitik setzt sich mit allen Maßnahmen der letztendlichen Preisgestaltung auseinander in der Preispolitik. Neben dem eigentlichen Produktpreis werden auch die Bezugsbedingungen wie zum Beispiel Rabatte, Absatzkredite, Lieferungs- und Zahlungsbedingungen berücksichtigt:

  • Rabattpolitik: Gewährung von Abschlägen auf festgelegte Preise.
    • Funktionsrabatte (Großhandelsrabatt)
    • Mengenrabatte (Abnehmen von großen Volumen)
    • Zeitrabatte (Saisionrabatte, Auslaufrabatte)
    • Treuerabatte (Rückvergütung, Treuemarken)
Beispiel für einen Mengenrabatt
Beispiel für einen Mengenrabatt
  • Absatzkredite: (Abnehmer durch Kredite (Ratenzahlungen) zum Kauf veranlassen)
    • Ziele: Kundenbindung, höheres Absatzvolumen
    • Beispiele: PKW , Elektronikwaren
  • Lieferungsbedingungen
    • Lieferzeit
    • Berechnung von Verpackung, Versandkosten, etc.
    • Garantieleistungen
    • Rückgabebedingungen
    • Abnahme von Mindestmengen (sonst evtl. Aufpreis)
  • Zahlungsbedingungen
    • Zahlungsart (Bankeinzug, Barkauf, etc.)
    • Zahlungsfristen und Einräumung von Skonto
    • Inzahlungnahme von alter Ware

Preisdifferenzierung

Man spricht von Preisdifferenzierung, wenn ein Anbieter seine Produkte an verschiedene Abnehmergruppen zu unterschiedlichen Preisen anbietet. Diese Taktik wird angewandt, um die Konsumentenrente optimal auszuschöpfen. Unter der Konsumentenrente versteht man die Differenz, die ein Konsument bereit zu zahlen ist und dem Gleichgewichtspreis, den der Konsument am Markt tatsächlich erfahren muss. Bei der Preisdifferenzierung ist darauf zu achten, dass möglichst alle Nachfrager mit einer ähnlichen Konsumentenrente in einer Gruppe zusammengefasst werden. So kann ein Austausch zwischen den Abnehmergruppen verhindert werden. Es wird zwischen verschiedenen Arten der Preisdifferenzierung unterschieden. Hier die Wichtigsten auf einen Blick:

  • räumliche Preisdifferenzierung: Abhängigkeit des Preises von der Region (z. B. In Norwegen sind E-Autos günstiger als in Deutschland (2019))
  • personelle Preisdifferenzierung:
    • Alter (z.B. Kindertarif, Seniorentarif)
    • Einkommenssituation (z.B. Studententarif und Schülertarif)
    • Geschlecht (z.B Haarschnitt für Frauen ist im Schnitt 12,50 € teurer)
  • leistungsbezogene Preisdifferenzierung:
    • Anbieten von unterschiedlichen Produktleistungen oder Serviceleistungen ( z.B Expressversand und Standardversand oder 1.Klasse und 2. Klasse
  • zeitbezogene Preisdifferenzierung:
    • Unterschiedliche Preise zu bestimmten Uhrzeiten, Tagen, Monaten usw. (z.B. Reisepreise in der Haupt- und Nebensaison, Cocktailpreise in der Happy-Hour)
  • mengenmäßige Preisdifferenzierung
    • Pauschalpreise (z.B All-You-Can-Eat)

Preisstrategien für die Produkteinführung in den Markt

Nun werden wir genauer auf verschiedene Preisstrategien eingehen, um sich am Markt optimal mit seinem Produkt zu platzieren. Die Marktpreisstrategie wird von Unternehmen angewandt, deren Produkt dem aktuellen Marktpreis entsprechen. Die Absetzung am Markt ist nur durch höhere Qualität oder verbesserte Produktionsabläufe möglich.

Die Hochpreisstrategie verfolgt wie der Name schon sagt, solch eine hohe Produktqualität oder wird durch ein(e) gefragtes Produkt/Marke ermöglicht.

Im Gegensatz zu diesen Strategien steht die Niedrigpreisstrategie, die sich über einen niedrigeren Preis gegenüber dem Wettbewerb am Markt differenziert.

Mit der Abschöpfungsstrategie wird meistens eine momentane Monopolstellung durch einen hohen Einführungspreis am Markt durchgesetzt. Diese liefert anfangs vergleichsweise höheren Profit und ermöglicht dem Unternehmen Preisanpassungen durchzuführen, wenn der Wettbewerb den Markt betritt.

Bei der Penetrationsstrategie wird mit einem geringen Preis bei der Markteinführung begonnen und dann später über eine Preiserhöhung entschieden. Sinnvoll ist diese Strategie bei Produkten mit hohen Preisspannen am Markt und geringem Innovationsgrad. Ein Beispiel hierfür wären Kindle E-Books oder Online Kurse.

Für ergänzendes Wissen kannst du gerne diese Seite besuchen: Wirtschaftslexikon Preispolitik